Sojabohne

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Die Sojabohne ist eine Hülsenfrucht, die hochwertiges Protein und viele Nährstoffe liefert. Eingebettet in die kapitalistische Wirtschaftsordnung, schafft die industrielle Sojaproduktion vielfältige soziale wie ökologische Probleme: Sie zerstört Regenwälder, vergiftet Umwelt und Menschen, steigert Hunger und Armut. Über diese Folgen soll hier informiert werden.

Inhaltsverzeichnis

Grundsätzliches

»In den letzten 30 Jahren ist die Sojaproduktion weltweit von 55 Millionen Tonnen (1975) auf 223 Millionen Tonnen (2006) angesprungen; ein Anstieg von 324%.«

Quelle: Broschüre "Sch(w)ein und Wirklichkeit", S.8 http://www.pig8soy.org/files/pig8soy/schweinundwirklichkeit.pdf

Internetseiten

Bücher

Soja und Regenwald

Soja als billiges Futtermittel

»In den letzten 30 Jahren ist die Sojaproduktion weltweit von 55 Millionen Tonnen (1975) auf 223 Millionen Tonnen (2006) angesprungen; ein Anstieg von 324%. Die Nachfrage schnellte in den 90ern in die Höhe, als Knochen und andere Restprodukte der Fleischindustrie als Eiweißquelle in Futtermitteln verboten wurden. Ein Drittel der heutigen Sojaernte kommt aus Südamerika, während die USA noch immer der weltgrößte Sojaproduzent sind. Die USA nutzen ihre Ernte hauptsächlich für die eigene Fleischproduktion, die Länder in Südamerika exportieren ihre Sojaernte nach Europa und China.«

Quelle: Broschüre "Sch(w)ein und Wirklichkeit", S.8 http://www.pig8soy.org/files/pig8soy/schweinundwirklichkeit.pdf

»Der Import von Soja als billige Eiweißquelle hat einen Umschwung hin zur industriellen Fleischproduktion und eine Konzentration der Produktionseinheiten in der Nähe von großen Häfen in den Niederlanden, Dänemark, Norddeutschland, Spanien und Frankreich bewirkt. Die intensivierte Fleischproduktion, die Europa heute dominiert, wäre ohne diese Sojaimporte nicht möglich. Deutschland etwa muss 4,7 Millionen Tonnen Soja einführen, um dem Durchschnittsdeutschen den jährlichen pro-Kopf-Fleischkonsum von 61,1 kg zu ermöglichen. Es bräuchte 10 Millionen Hektar, ein Drittel der Fläche Deutschlands, um genug Futter für diese Fleischerzeugung zu produzieren – ganz zu schweigen von den fossilen Brennstoffen und dem Wasser, welche ebenfalls gebraucht würden.«

Quelle: Broschüre "Sch(w)ein und Wirklichkeit", S.7, http://www.pig8soy.org/files/pig8soy/schweinundwirklichkeit.pdf

Soja-Monokulturen

Armut und Hunger

»Fast die Hälfte der Bevölkerung Paraguays lebt unter der Armutsgrenze und 21% leben in extremer Armut. Studien zeigen, dass Armut generell größer ist, wo es mehr Sojaproduktion gibt.«

Quelle: Broschüre "Sch(w)ein und Wirklichkeit", S.21, http://www.pig8soy.org/files/pig8soy/schweinundwirklichkeit.pdf

»Zwischen 1991 und 2001 verringerten sich die brasilianischen Anbauflächen mit Reis, Bohnen, Mais, während sich die Soja-Anbaufläche mehr als verdoppelte.«

Quelle: Die Soja-Verknüpfung in Südamerika, http://www.regenwald.org/pdf/Soja_T7.pdf

»Bis vor 30 Jahren war die Landwirtschaft Argentiniens stark von Fruchtfolge und kombiniertem Anbau geprägt, mit wenig Einsatz chemischer Düngemittel und geringem Pestizidverbrauch. Das Land war mit Fleisch und Getreide selbstversorgt, da es in der Lage war, davon bis zu achtmal mehr als den eigenen Bedarf zu produzieren. Hunger war unbekannt selbst unter den Armutsschichten (...). Diese änderte sich jedoch rasch mit der Industrialisierung und der Entvölkerung ländlicher Gebiete. [...] Während in den 70er-Jahren lediglich 5 % der Bevölkerung unter der Armutsgrenze zu bezeichnen waren, stieg diese auf 15 % in den 80er-Jahren, auf 30 % in den 90er-Jahren und schließlich auf den derzeitigen Höhepunkt von 45 %. Zur selben Zeit ist die Sojaproduktion angestiegen zu Ungunsten des Anbaus anderer Pflanzen(insbesondere des Linsen- und Erbsenanbaus) und der Fleischproduktion. Soja ist jedoch wie in Brasilein kein Bestandteil der heimischen Ernährung. Sie ist auf den Export nach Asien und Europa gerichtet (...).«

Quelle: Antônio Inácio Andrioli, Richard Fuchs (Hrsg.) (2006): Die Saat des Bösen. Emu Verlag in Lahnstein. (S. 108-109)

»In den südamerikanischen Ländern Paraguay, Argentinien und Brasilien hat die massive Ausweitung des Sojaanbaus für den Export katastrophale Auswirkungen auf ländliche Gemeinden und ihre Lebensweise. Die Sojakultivation ist am profitabelsten, wenn viel Kapital und wenig Arbeit eingesetzt wird. Sie hat die arbeitsintensiveren Formen von Gemüse- und Baumwollanbau sowie die Milchkuhhaltung verdrängt.«

Quelle: Broschüre "Sch(w)ein und Wirklichkeit", S.19, http://www.pig8soy.org/files/pig8soy/schweinundwirklichkeit.pdf

»Argentinien exportiert 94% seiner Sojaernte (2004), Brasilien 76%.«

Quelle: Broschüre "Sch(w)ein und Wirklichkeit", S.8, http://www.pig8soy.org/files/pig8soy/schweinundwirklichkeit.pdf

Vergiftung

»Nicht nur Roundup, sondern ein vielfältiges Gemisch von Agrochemikalien wird auf Soja-Monokulturen gespritzt. Die weitflächige, sorglose Benutzung dieser Pestizide hat zerstörerische Auswirkungen auf benachbarte Felder sowie die Luft- und Wasserqualität. [...] Während der Anbaumonate leiden die Leute in ländlichen Gemeinden an Kopfweh, Durchfall und Hauterkrankungen. In den Dörfern, die von Sojafeldern eingeschlossen sind, sind Krebs, Fehlgeburten und Geburtsfehler allgegenwärtig.«

Quelle: Broschüre "Sch(w)ein und Wirklichkeit", S.20, http://www.pig8soy.org/files/pig8soy/schweinundwirklichkeit.pdf

Sojabohnen zu Treibstoff?

Wirtschaftliche Interessen

»In den nächsten 10 – 15 Jahren werden wir Brasilien als führenden Biodiesel-Hersteller erleben.«

Quelle: Brasiliens Präsident Lula. In: Die Soja-Verknüpfung in Südamerika, www.regenwald.org/pdf/Soja_T7.pdf

»In Brasilien sitzen die größten GroßgrundbesitzerInnen der Welt und die größten EinzelproduzentInnen von Soja. Sie machen jetzt starken Druck auf die Regierung, um Subventionen für Agrotreibstoffe aus grossindustriell erzeugtem Soja durchzusetzen. Ziel ist es, den Absatzrückgang beim Soja in den letzten Jahren durch den Export von Biodiesel zu kompensieren. Auch ohne Soja ist Brasilien schon Weltmeister im Agrotreibstoff-Geschäft.«

Quelle: Klemens Laschefski (2007): „Der Klimaschutz ist nur vorgeschoben“. In: Lateinamerika Nachrichten, Nr. 396, Juni 2007, S. 39-42

»Um ihre Belastung zu senken und weil die die Rapsanbauflächen begrenzt sind, greifen die Hersteller auf billiges Import-Soja zurück: Laut Schmid liegt der Soja-Anteil bei Biodiesel im Jahresschnitt bei 20 Prozent, BBK-Präsident Schrum schätzt ihn sogar auf das Doppelte.«

Quelle: Biodiesel-Absatz schrumpft gewaltig". In: Frankfurter Rundschau, 24.03.2007 (S. 11)

Vertreibung als Folge

»Für die Weltbank mit ihrer lateinamerikanischen Tochter, die inter-amerikanische Entwicklungsbank, sei (...) Brasilien der ideale Ort für die Biotreibstoffexpansion, weil es dort noch viel Platz für neue Biospritanbauflächen gebe. Die lateinamerikanische Weltbank-Tochter, so GRAIN, rechne mit 120 Millionen Hektar potentieller Biotreibstoffanbaufläche in Brasilien. Ähnliche Berichte rechneten vor, dass Lateinamerika, Südostasien und Afrika zusammen rund 50 Prozent des global benötigten Biotreibstoffs produzieren könnten, wenn man die dortigen "ineffektiven" traditionellen Bauernkulturen durch industrielle, "effektive" Agrarplantagen ersetze. Ein Vorgang, der Beispielhaft bereits in Brasilien vorgeführt werde: Allein zwischen 1985 und 1996 wurden dort 5,3 Millionen Menschen von ihrem Land vertrieben - um Platz vor allem für Soja- und Eukalyptusplantagen sowie für Rinderweiden und Zuckerrohrplantagen zu schaffen.«

Quelle: „Stoppt den Biosprit-Wahn“, Pressemitteilung von „Rettet den Regenwald“ e.V, 03.07.2007

Internetseiten

Soja und Gentechnik

»Beinah der gesamte Sojaanbau in Argentinien besteht aus 'RoundupReady'-Sorten des multinationalen Biotechnologiekonzerns Monsanto. Diese genetisch veränderte Pflanze widersteht dem 'Allestöter'-Herbizid 'Roundup'. Sie überlebt intensive Ausbringung des Gifts, das alle anderen Pflanzen zerstört. Auch in Brasilien und Paraguay ist diese Sorte auf dem Vormarsch.«

Quelle: Broschüre "Sch(w)ein und Wirklichkeit", S.19, http://www.pig8soy.org/files/pig8soy/schweinundwirklichkeit.pdf

»In diesem Zusammenhang wird auch die Ideologie der grünen Revolution neu aufgekocht und um Gentechnik ergänzt. Mit voller Unterstützung von Lula. Dessen platte Devise lautet: Gensoja in den Tank und konventioneller Soja für die menschliche Ernährung. Mit dem Gensoja soll die Flächenproduktivität erhöht werden, um Biotreibstoff so kostengünstig wie möglich zu gewinnen. Es geht um die Substitution von Öl durch Biokraftstoffe. Klimaschutz über eine Abkehr von der energieintensiven Produktionsweise spielt keine Rolle.«

Quelle: Klemens Laschefski (2007): „Der Klimaschutz ist nur vorgeschoben“. In: Lateinamerika Nachrichten, Nr. 396, Juni 2007, S. 39-42

»Brasilien hatte ein Verbot von GV-Soja bis Präsident Lula an die Macht kam – ca. 44% sind heute genetisch verändert.«

Quelle: Broschüre "Sch(w)ein und Wirklichkeit", S.8, http://www.pig8soy.org/files/pig8soy/schweinundwirklichkeit.pdf

»Effizient ist das Vorgehen in Paraguay bei der Einführung von Gen-Soja (...). Das Saatgut kommt sowohl durch US-Truppen ins Land als auch durch den WWF aufgrund des „Schulden-gegen-Umwelt-Tausch“-Programms. Vermarktet wird Soja hauptsächlich von brasilianischen Gruppen, die mit paramilitärischen Gangs und den Techniken der Todesschwadronen agieren.«

Quelle: Antônio Inácio Andrioli, Richard Fuchs (Hrsg.)(2006): Die Saat des Bösen. Emu Verlag in Lahnstein. (S. 32)

Internetseiten

Nachhaltiges Soja?

»Statt kleine Strukturen zu fördern, wollen Greenpeace, World Wildlife Fund und andere die großen ProduzentInnen zertifizieren und ihnen ein grünes Feigenblatt verschaffen. Die Verhandlungen gehen darüber, ob die Großen einen Ökokorridor in ihren Plantagen anlegen und damit ökologische Nachhaltigkeit nachweisen. Das Prinzip der Monokultur wird dabei ebensowenig hinterfragt wie die tatsächlichen Auswirkungen auf die KleinproduzentInnen. Ich denke, das ist ein falscher Weg, den die Umweltverbände eingeschlagen haben.«

Quelle: Klemens Laschefski (2007): „Der Klimaschutz ist nur vorgeschoben“. In: Lateinamerika Nachrichten, Nr. 396, Juni 2007, S. 39-42

Sojaproduktion in Lateinamerika

Brasilien

Paraguay

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